Wer 1:0 führt…
Lange nichts gehört vom Wehlheider Reservistenteam.
Kein Wunder – wer verliert, schweigt. Jetzt, nachdem die Tränen getrocknet und die Bierreserven aufgefüllt sind, folgt endlich der Bericht zur Niederlage gegen die SHG Hofgeismar/Grebenstein.
SHG Hofgeismar/Grebenstein III – TG Wehlheiden II 28:27 (12:14)
Der Plan war simpel: Auswärts antreten, Tabellenführung erringen, deutlicher Sieg, fertig. Alles andere kam in der Vorstellungswelt der Mannschaft gar nicht vor. Und tatsächlich: Mit zwei schlechtfrisierten Talenten im Kader startete Wehlheiden furios. Zack, 3:0! Der Rest des Spiels hätte man eigentlich im Energiesparmodus runterspielen können – so dachte man zumindest.
Spoiler für treue Leser: Wer 1:0 führt, der stets verliert…
Bis zur 50 Minute ist die Partie dann schnell erklärt. Ein Spiel auf Augenhöhe mit den besseren Lösungen auf Wehlheider Seite. Folgerichtig führt man 10 Minuten vor Schluss mit 4 Toren. Jetzt könnte man denken, 10 Minuten Restspielzeit reichen genau für die berüchtigten Wehlheider 10 Minuten. Das stimmte an diesem Tag aber nicht ganz. Die Wehlheider schalteten nämlich nur 5 Minuten völlig ab, spielten dumme Pässe, warfen zu früh aufs gegnerische Tor, eben alles was so dazu gehört. Mit einer 26:25 Führung ging es in die Crunch-Time (Für die ältere Leserschaft: Die entscheidende Spielphase). Hier ahndete der Schiedsrichter dann zwei Vergehen binnen 18 Sekunden mit einer zumindest umstrittenen progressiven Strafe, sodass man mit einem zwei Tore Rückstand in die letzten beiden Minuten ging.
Spannend: Wehlheiden gelang noch der Anschlusstreffer. Sekunden vor Schluss konnte man dann den Ball erobern. Durchbruch in halbrechter Position, Raunen im Publikum, der Schütze legt alles (der Schreiber dieses Textes muss kurz lachen) in den entscheidenden Wurf und…
…wirft daneben! Ein Moment, in dem Helden geboren werden oder Träume sterben. Der Schiedsrichter war schuld! Der letzte Wurf MUSS reingehen! Sicher alles gängige Ausreden nach so einem Spiel. Am Ende des Tages verschenkt die Knösel-Truppe die zwei Punkte durch eigenes Unvermögen. Wenigstens ist man aber ein guter Gast. Als Dank waren die Hofgeismarer Duschen (mal wieder) kalt. Die Energiekrise halt – auf und neben dem Platz.
HSG HO/SA/WO II gg. TG Wehlheiden II 24:31 (13:15)
Samstagabend, kurz vor dem Sportstudio – sicher nicht die Zeit, in der die Wehlheider Zweitvertretung gewöhnlich glänzt. Und dennoch war der Plan klar: Zwei Punkte einpacken, warm duschen und zurück in die nordhessische Metropole.
Gesagt, getan.
Anpfiff – und die Hoofer gingen in Führung. Damit war das Spiel im Grunde nach zwei Minuten entschieden. Vielen Dank an Jan Ledderhose, denn der Kenner weiß: Wer 1:0 führt… Ach lassen wir das .Bis zur Halbzeit entwickelte sich ein offenes Spiel. Das Spannendste daran? Eine Zwei-Minuten-Strafe wegen Meckerns. Danke an den großzügigen Spender – Unterhaltung muss schließlich sein.
Halbzeit zwei: Alles neu, alles verrückt.
Als taktische Maßnahme für die Abwehr verordnete Coach Schwarz eine 3:3 Deckungsvariante. Eine Variante, bei der sich der leicht übergewichtige Kreisläufer nicht mal mehr in der Abwehr ausruhen kann. Die Verwirrung bei unserem Gegner war komplett. Aber auch in den eigenen Reihen: Der angesprochene Kreisläufer vergaß vor lauter Aufregung, sich wegen akutem Konditionsmangel auswechseln zu lassen. Ergebnis: Wehlheiden setzte sich trotzdem mit acht Toren ab.
Von da an plätscherte die Partie entspannt vor sich hin. Den einzigen eklatanten Fehler leistete sich Coach Schwarz höchstpersönlich, der den sicheren Acht-Tore-Sieg noch ein bisschen spannender machte. Immerhin: zur Wiedergutmachung erzielte er das 25. Tor. Prost, Coach, alles gegeben! Am Ende stand ein verdienter Sieg, der in der Höhe völlig in Ordnung ging. Platz 4 in der Tabelle ist gesichert – der Europacupplatz winkt.
Ausblick:
Am kommenden Wochenende wartet allerdings der „FC Bayern der C-Klasse“: der VfB Bettenhausen II. Zwei Spiele, zwei Siege, dazu ein Torverhältnis von +33. Das Ziel für uns: Dem Gegner unser schnelles Spiel aufzwingen. Nur dann ist etwas möglich.
Anpfiff: Sonntag, 13 Uhr, Task-Halle.
